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Gedanken anlässlich eines Doppelgeburtstagsfestes


Zwei Skorpione mit unterschiedlichen Temperamenten planen zusammen ihren Geburtstag zu feiern
(Hannes, vielleicht ein wenig pedantisch begeht seinen 60. und Karl-Heinz, das ist meine Person, ein wenig spontihaft seinen 65.)

Zusammen sind das immerhin 125 Jahre!


Planung eines Geburtstagsdoppelfestes

Auch wir, die zum Geburtstagsfeste
geladen haben uns`re Gäste,
feiern heute - ei potztausend -
der Jubilare ein Achteltausend! (Hansis 60. und Karl-Heinz` 65.)
Ja and`re Zeiten, and`re Sitten -
man denkt heut in großen Zeitabschnitten!
Ein Achteltausend zurückdatiert-
Hätten wir vor Kaiser Wilhelm und Bismarck paradiert?
Oder sie parodiert und dagegen revoltiert?
Führt dies ins Reich der Spekulation,
doch un`sre Runden haben Tradition.

Daß so ein Doppelfest der Planung,
bedarf, ich hatte keine Ahnung. -
So hat sich Hansi mit Bedacht
dies zu seinem Job gemacht,
akribisch Protokoll geführt,
und manch Detail da aufgespürt.
Man verliere leicht den roten Faden
und dürfe kein Programmpunkt überladen.
Er jonglierte mit Logistik und Statistik,
wie die Hotelgäste untergebracht,
für mich grenzt das schon an Mystik,
wie über alles er nachgedacht.

An seiner Seite die Ilsabe,
glücklich sich schätze, wer sie habe.
Und der Knabe,
wenn`s auch kein Schwabe,
sich zuweilen bei ihr labe.
Bei der Speisefolge leisteten seiner Eminenz
Ilsabe und Irmgard fleißig Assistenz.
Ob beim Büfett klassisch oder rustikal,
ob beim Fisch Forelle und/oder Aal,
über Farbe und Form der Gedecke und Gestecke,
Ich gähnte dabei tölpelhaft, bar jeder Etikette.
Wie Namenskärtchen gefaltet, beschriftet,
geriet schon fast zur Philosophie,
weshalb mich Irmgard angegiftet,
von wegen meiner Apathie!

Ach Hansi, man kann Dir gratulieren,
Du bist für so ein Fest geeicht.
und muß Dir Mordsgeduld quitieren,
denn mit Karl-Heinz ist es nicht so leicht!
Der weder Uhr, Terminkalender,
noch Tagebücher bei sich führt.
Mit einem solchen Zeitverschwender
ist man fast peinlich bloß berührt.
Doch mit welcher Noblesse
hast Du unser Fest geplant?
Und mit welcher Akkuratesse -
generalstabsmäßig, wie mir schwant:
Warst ganz in Deinem Element?
Doch woher hast Du das Talent?
War es Prägung, war`s Dressur?
Wie kommt man dem Rätsel auf die Spur?

Sucht man nach Deines Stammes Wurzeln,
Beweise uns entgegenpurzeln,
daß Du am selben Jahrestag
wie Schwester Waltraud bist geboren,
zwei Jahre später auf den Tag
zum Namens- Stammeshalter auserkoren,
von Hans und Elchen so geplant? -
Wenn ja, dann war es höchst brillant,
wie sie es haben nur geschafft -
die Ziel-Punkt-Landung-Schwangerschaft!
Und die Moral von der Geschicht:
Dem eignen Geblüt entkommt man nicht!
Geprägt bist Du mit Monogramm:
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.

© Karl-Heinz Will
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