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Zum Ostermarkt in Kassel


Am Samstag wird eröffnet, fast schon traditionell,
das alljährliche Ostermarktzeremoniell
von Georg Lewandowski, ja so heiß er:
Kassels Oberbürgermeister!
Ihm zur Seite in Concordia, steht Hans Jochen Weikert,
Chef der Kassel-Service-GmbH.
Sie sollen beschwören Geister und Götter:
Wir brauchen zum Ostermarkt schöneres Wetter!
Schließlich steht der Frühling schon vor der Tür. -
Hat denn der Petrus dafür kein Gespür? -
Denn wir erwarten heut so manch kleinen Fratz
beim Osterhasen auf dem Friedrichsplatz!
Doch nicht allein, mit Frau Mama,
oder sogar mit dem Herrn Papa!
Um das Ganze auszuloten,
was wird denn eigentlich geboten?
Für ganz besonders geschickte Hände
gibt es Kunsthandwerkerstände.
Und das in einem Künstlerzelt,
das ist für sich ‘ne eig‘ne Welt.
Hier darf man sich ruhig mal getrauen,
den Künstlern über die Schulter zu schauen.
Im Umgang mit Holz, Leder und Keramik
stößt man auf manch kunstvolles Mosaik.
Man wird zum Selbsttun motiviert,
indem man‘s zu Hause ausprobiert.
Vor allem hat man einen Eindruck
vom österlichen Eierschmuck.
Selbst Kinder können sich hier aalen
und Ostereier selbst anmalen.
So leisten sie mit Kompetenz
dem Osterhasen Assistenz.-
Wie heißt es doch in Schillers Glocke
in einem Vers, fast schon barocke?
"Das ist‘s ja, was den Menschen zieret,
und dazu ward ihm der Verstand,
daßer im inneren Herzen spüret,
was er erschafft mit seiner Hand."
Und damit sich die Kinder nicht langweilen,
wenn die Eltern beim Betrachten etwas verweilen,
hat man für den kleinen Pikkolo
bereitgestellt einen Streichelzoo.
Und in einer Pause, ‘ner kleinen, idyllen,
soll jeder seinen Hunger oder Durst mal stillen!
Was wir jetzt bieten, ist kein Melodram,
wir gestalten nur das Rahmenprogramm.

© Karl-Heinz Will
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