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Steuerberater Schneider


Als Heinz Schneider unter'm Abenteueraspekte
die Strandnixe Martina am See entdeckte,
sagte sich der Steuerberater in spe,
als sei er ein Profi für solch ein Metier:

"Die gehört in mein Depot!"
Denn der Bikini saß stramm auf der Anatomie
und ließ keinen Raum für die Phantasie.
Man sah den Bestand ja auch so. -

So teilte man schon bald drei Jahre
auch ohne Trauschein Tisch und Bett.
Doch vor dem Standesamt
und nicht vor dem Altare
bekam's erst Legitimität!

Was aber so noch keinem schwant:
Vier Kinder hatten sie eingeplant.
Als die ersten drei schon auf der Welt,
Knaben, wie aus dem Ei gepellt,
fehlte nur noch eine Göre,
dann war fast alles wie bestellt. -

Ach, wie waren die beiden so verliebt,
Gott allein weiß, wie sie geübt... -
Nach der Schablone maßgeSCHNEIDERt,
mal sehn, woran es diesmal scheitert.
Vom eisernen Willen beseelt,
kannte ihr Ergeiz keine Grenzen,
denn variantenreich und fruchtbar
sollte doch der schöpferische Akt
die Bemühungen mit einer Tochter kredenzen!

Als dann Alina ward geboren,
die Nabelschnur noch um die Ohren,
und von Mutterbrust gestillt,
war der Herzenswunsch erfüllt.

Und nur ein Steuerfreak erkennt:
"Nach dem gelungenen Experiment -
für die letzten 25 Prozent
haben wir nicht umsonst gepennt!"

© Karl-Heinz Will
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